Meilensteine am HeiG

Die Gründungsphase

Am 24.06.1968 beschloss der Rat der Stadt Dortmund, ein Gymnasium für den Dortmunder Nordosten für die Stadtbezirke Eving und Scharnhorst zu gründen. Am 25.08.1969 begann der erste Unterrichtstag für zwei 5. und eine 6. Klasse in der Ketteler –Grundschule in der Steiermarkstr. 98. 112 Kinder und 6 Lehrer lernten und lehrten in dem noch namenlosen Provisorium.

Herr Hubert Kelter wurde als kommissarischer Leiter der Schule eingesetzt. 

 

 

 

Die siebziger Jahre

1970 übernahm Reinhard Häger als zweiter Schulleiter der Schule sein Amt, das er bis 1994 ausübte.  

In der Grundschule konnte das Gymnasium nicht bleiben. Am 21.01.1974 siedelte die Schule in das Schulzentrum an der Preußischen Straße über, in einen Neubau mit der für die 70er-Jahre typischen Architektur, in dem aber eine für damalige Verhältnisse moderne Ausstattung mit Fachräumen und Sportanlagen vorhanden war.

 

Im selben Jahr wurde die Schule, die bis dahin nur „das Gymnasium in Eving“ hieß, in Anwesenheit des Namensgebers und Physikers Werner Heisenberg das „Heisenberg-Gymnasium“.

1977 war mit dem ersten Abitur die Aufbauphase der Schule beendet.

Die dreizügig geplante Schule wuchs in diesen Jahren auf über 1300 Schülerinnen und Schüler, sodass ein Pavillon mit 8 zusätzlichen Räumen  eingerichtet werden musste – ein Provisorium, das ca. 25 Jahre bestand.

Die achtziger Jahre

In diesem Jahrzehnt begann das Heisenberg-Gymnasium gezielt Projekte auch außerhalb des Unterrichts zu entwickeln.

Bereits Anfang der 80er-Jahre wurde ein Schülerbetriebspraktikum für alle 10. Klassen eingeführt. Damit war das HeiG eines der ersten Gymnasien in NRW, das eine  Verknüpfung zur Arbeitswelt herstellte. 

Neben der ersten Schulpartnerschaft mit einer Schule in Leeds, die bereits Ende der 70er- Jahre existierte, wurden weitere Partnerschaften mit Schulen in Buffalo/USA, Netania/Is­rael, Sönderborg/Dänemark und Warschau/Polen aufgebaut. Nicht alle Kontakte ließen sich aufrecht erhalten, doch mit Israel und Buffalo gibt es seit mehr als 30 Jahren ein fast jährlich stattfindendes Begegnungsprojekt.

Mit dem Neuangebot einer vierten Fremdsprache im Jahr 1983, nämlich Italienisch in der Oberstufe, entstand ein Jahr später ein Austausch mit einer italienischen Schule, zunächst für 10 Jahre in Bologna , ab 1995  die heute noch bestehende Partnerschaft mit einer Schule in San Miniato in der Toscana.

Gegen Ende der 80er-Jahre wirkte sich der Strukturwandel im Ruhrgebiet auch massiv auf  den Stadtbezirk Eving - ein von Kohle und Stahl geprägter Stadtteil - aus. Viele Arbeitsplätze gingen verloren und die Zahl junger Familien mit Kindern, die aufstiegs- und bildungsorientiert waren, sank. Durch den Schülerrückgang (auf unter 600) wurden aber andererseits auch räumliche Kapazitäten für eine sinnvolle andere Nutzung in der Schule frei, so konnte ein erster Computerraum eingerichtet werden konnte.  Der neu entstandene Förderverein unterstützte die Schule beim Aufbau und Betreiben einer Cafeteria.

Es war der Schule schon früh ein Anliegen, Übergänge zu erleichtern. So wurde in den  80er-Jahren ein Einführungsprojekt für die neuen Fünftklässler entwickelt, um den Übergang von der Grundschule zum Gymnasium zu erleichtern.

Gleiches geschah einige Jahre später für die Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe, egal von welchen Schulen und Schulformen sie kamen. 

Die neunziger Jahre

Die 90er-Jahre waren von zahlreichen Veränderungen und Erweiterungen des Veranstaltungsangebots der Schule bestimmt.

Die Zusammenarbeit mit den Schulen, sowohl den Grund- als auch den Realschulen, wurde forciert durch reizvolle Angebote, wie Schnupperwochen und Beratungsabende.   

1994 feierte das Heisenberg-Gymnasium mit zahlreichen Veranstaltungen und einer Projektwoche sein 25jähriges Bestehen.

Nach der Pensionierung von Herrn Häger übernahm sein Stellvertreter, Hartmut Peinemann, für ein Jahr kommissarisch die Leitung der Schule. 

1995 trat mit Frau Anne Smerdka die dritte Schulleitung ihr Amt am Heisenberg-Gymnasium an.

Aufgrund der Schülerprognose beschloss der Schulträger eine Erweiterung des Heisenberg-Gymnasiums, um die Fünfzügigkeit in der Sekundarstufe I auch räumlich abzusichern. Der geplante Erweiterungsanbau war die Gelegenheit, zahlreiche äußere Veränderungen der Schule in Zusammenarbeit mit dem Schulträger und einer Gestaltungsgruppe auf den Weg zu bringen. Dazu gehörte neben dem Anbau ein neues Foyer, der Neuanstrich, der Abriss der Pavillons und die Umgestaltung der Schulhöfe. Ende der 90er-Jahre hat sich hieraus eine Umwelt-AG entwickelt, die sich mit Energiesparen, Mülltrennung und Schulgartengestaltung beschäftigt.

In der zweiten Hälfte dieser Dekade entwickelten sich darüber hinaus zahlreiche Neuerun­gen, so wurde auch die Diskussion um das Profil und das Schulprogramm in Angriff ge­nommen.

Von 1996 bis zur Verabschiedung Anfang 2000 wurde unter Beteiligung von Eltern, Schülerschaft und Lehrerkollegium ein Schulprogramm entwickelt, das sowohl die fachliche und pädagogische Konzeption als auch Schwerpunkte des Schullebens und der Schulentwicklung festhält. Das Heisenberg-Gymnasium entschied sich darin für ein sprachlich-kulturell-musisches Profil. Im Verlauf der Diskussion entstanden neue Ansätze der fachlichen und außerunterrichtlichen Arbeit. Neben den vorhandenen Internationalen Partnerschaften wurden weitere mit einer Schule bei Washington und nach langer Suche auch einer französischen Schule in Vannes aufgenommen.

Seit 1996 gibt es eine Veranstaltungsreihe „Cooltourcafé Heisenberg“ mit verschiedenen kreativen Abenden im Jahr, ebenfalls seit 1996 gibt die Schule ein Jahrbuch jeweils zum Jahresende heraus und informiert darin über das Schulleben. Zu den musischen Aktivitäten gehört neben zahlreichen Tanz-AGs, Bands und Chören auch seit 1998 die Einrichtung jeweils einer 5. Klasse mit dem Schwerpunkt musikalischer Förderung.

In der Diskussion um eine pädagogische Konzeption wurde der Beratungsschwerpunkt vertieft und erweitert und neben fächerübergreifenden Projekten auch die Zusammenarbeit mit Jugendamt und Polizei und ein Streitschlichterprogramm entwickelt.

Zur Idee der Schulentwicklung gehört ein Fortbildungskonzept, bei dem die Elternschaft mit einem Informations- und Diskussionsforum „Elterntreff“ ebenso einen eigenständigen Schwerpunkt setzt wie das Kollegium mit regelmäßigen externen und internen Fortbildungsveranstaltungen. Die Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen und die Mitarbeit im Netzwerk „Gesunde Schule“ hat sich daraus als feste Einrichtung ergeben.

1999 hat das Heisenberg-Gymnasium sein 30jähriges Bestehen mit einer Projektwoche und einem großen Schulfest gefeiert, bei dem u.a. die zweite Generation von „Heisenbergern" und Vertreter der Ehemaligen, deren Ehen an der Schule entstanden sind, anwesend waren.

Seit Mitte der 90er Jahre ist die Schule wieder angewachsen auf inzwischen über 1200 Schülerinnen und Schüler.

Die 2000er-Jahre 

Die Jahre im ersten Jahrzehnt eines neuen Jahrtausends brachten erneut viele Veränderungen mit sich.

Aus den Bausünden der 70er-Jahre hatte sich ergeben, dass das Heisenberg-Gymnasium zu den mit PCB belasteten Schulen gehörte. Nach langer Diskussion über eine notwendige Sanierung in den Jahren 2000 – bis 2002 begann die Sanierung schließlich mit den Sommerferien 2002 und endete nach einer äußerst anstrengenden Zeit, in der die Schule in zwei Bauphasen jeweils zur Hälfte in 30 Containern untergebracht war, im Herbst 2004. Der Schulträger führte erfreulicherweise nicht nur eine Schadstoffbeseitigung durch, sondern zugleich eine grundlegende und ganzheitliche Sanierung, sodass die Schule ab 2005 völlig „runderneuert war. Es sind sieben erneuerte naturwissenschaftliche Fachräume entstanden und auch die Musik-, Kunst-, Erdkunde- und Medienräume sind auf den neuesten Stand gebracht worden. Die gesamte Schule wurde Internet fähig und verfügt nun über großzügige Medienräume. Es gibt Beratungs- und Besprechungsräume und die SV und die Streitschlichter sind direkt vom Pausenfoyer erreichbar. Insgesamt ist das Aussehen freundlich und hell geworden und wir werden alles daran setzen, diesen Zustand zu erhalten.

        

Das Ende der Sanierung wurde mit einem großen Sommerfest am Schuljahresende 2005 gefeiert.

Zu diesem Zeitpunkt begann der erste Jahrgang in der fünften Klasse, der sein Abitur nach nur noch acht Jahren machen sollte. Neben dem Umschreiben der Lehrpläne bedeutete dies für die Schülerinnen und Schüler, dass sie erheblich mehr Zeit in der Schule verbringen mussten.

Das Heisenberg-Gymnasium reagierte darauf mit dem Wechsel des Stundentakts – eine Zeitstunde statt nur 45 Minuten-Stunden – und ein Jahr später mit der Einführung des gebundenen Ganztags. 

 

Die Gegenwart und Ausblicke

Das Heisenberg-Gymnasium ist seit dem Schuljahr 2010 eins von 3 Ganztagsgymnasien in Dortmund. Die Planungsphase der hierzu notwendigen Mensa und der entsprechenden Ganztagsräume in einem Anbau wurde im Juli 2013 endlich abgeschlossen. Es wurde in einer Arbeitsgruppe, in der neben gelernten Architekten und Planern der Stadt auch Lehrerinnen und Lehrer und Eltern mitgearbeitet haben, jahrelang um Grundsätzliches (Lage des Anbaus) und viele Details gerungen, die einerseits für die Schule unbedingt nötig erschienen, auf der anderen Seite aber von der Stadt nicht bezahlt werden konnten. 

Die Stadt Dortmund genehmigte im Sommer 2013 den Bauvorschlag.

Als Baubeginn ist nun nach etlichen Veränderungen im Bauplan der Sommer 2014 vorgesehen.

Seit 2012 leitet Frau Eisenberg als vierte Schulleitung die Geschicke der Schule. 

Die Diskussion um die bestmögliche Gestaltung und die Entwicklung der Schule ist ein fort­währender Prozess, der natürlich auch inhaltliche Fragen betrifft wie z. B. die Profilbildung der Schule. In den letzten Jahren hat das Heisenberg-Gymnasium sein sprachlich-musisches Profil durch das Angebot einer bilingualen Englischklasse erweitert, die seit Beginn des Schuljahres 2002 besteht. Seit sechs Jahren gibt es außerdem jeweils eine Musik betonte Klasse, die mit einem erweiterten musikalischen Angebot in Zusammenarbeit mit der Musikschule arbeitet. Ab 2005/06 soll diese Möglichkeit als Streicherklasse weitergeführt werden, die den Aufbau eines Orchesters anstrebt.

Neben diesem Profil ist in den vergangenen Jahren ebenfalls ein  naturwissenschaftliches Profil entstanden, das neben Kursangeboten in der Sekundarstufe I und einem naturwissenschaftlichen Profilangebot in der Oberstufe, die praktische Arbeit im Schulgarten im Rahmen des Biologieunterrichts ebenso einschließt wie das Angebot der Arbeit in einem schuleigenen molekularbiologischen Labor. Hier arbeitet die Schule im Netzwerk mit anderen und bietet qualitativ hochwertige Ausbildung nicht nur für die Schülerinnen und Schüler an, sondern auch Fortbildungen für andere Lehrerinnen und Lehrer und Studienreferendare.

Diese Profile weiterzuentwickeln und auch in den nunmehr 12 Schuljahren eine gute schulische Grundlage für die jeweilige Zukunft der Schülerinnen und Schüler zu schaffen, wird die Herausforderung der nächsten Jahre sein.

Die erste Generation von Schülerinnen und Schülern schickt ihre Kinder, von denen die ersten wiederum bereits das Abitur erworben haben. Dadurch verschmilzt die Geschichte der Schule mit individuellen Geschichten und es entsteht eine gelebte Tradition, die zugleich in den Angeboten auf die Zukunft gerichtet ist.

Stand: 01.07.2014